Luftfahrt und Spotten in Berlin


    Äquatortrip

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    alexberlin

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    Äquatortrip

    Beitrag  alexberlin am Sa Okt 11, 2014 2:38 am

    Eigentlich bin ich nicht der Feund von hoher Sonne und meide die Äquatorländer, allerdings gibt es in Ecuador doch so einige Flugzeuge, die ich schon lange einmal fotografieren wollte. Nach einigen Jahren warten war es nun diesen Oktober möglich Ecuador zu besuchen.



    In Ecuador haben eigentlich nur Quito und Guayaquil internationale Anbindung. KLM erledigt das ganze in einem Flug und landet zuerst in Quito. Nach über 11 Stunden möchte man auch nicht wirklich nochmals 2 Stunden in der 777 warten um weiter nach Guayaquil zu fliegen. Trotz aller Einreiseformalitäten war ich eher aus dem Terminal als KLM! Das Bild entstand am Zaun neben dem Terminal.



    An dieser Stelle steht auch direkt der Regierungs Falcon 7X. Zuerst traute ich mich nicht so richtig, aber mit Live View über den Zaun geschossen ging ja fix.



    Der Legacy 600 stand praktischer Weise gleich dahinter. Neben dem Zaun ist eine Polizeistation. Mein Freund vor Ort erklärte ihen aber mein Anliegen.



    Bald standen ein paar Polizisten vor der Station und diskutierten miteinander. Ich konnte leider nicht verschwinden, da die Besatzung der Beech kam und diese fertig machte. Nach zehn Minuten warten startetetn sie endlich die Triebwerke.



    Die TAME nahm ich auch noch mit, dann ging es weiter. Allerdings leuchteten ein paar Lichter im Anflug und wir hielten nun auf dem Highway an um diesen A-340 vor den wunderschönen Bergen zu fotografieren.



    Damit endete der Spass allerdings auch. Ein Motoradpolizist gab uns zu verstehn, das auf und neben dem Highway Halteverbot ist und wir doch verschwinden sollten. Die Sonne war nun eh weg und so diskutierten wir auch nicht lange.

    alexberlin

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    Re: Äquatortrip

    Beitrag  alexberlin am Sa Okt 11, 2014 2:51 am

    Der neue Flughafen von Quito ist sehr weit weg von der Stadt, welche in einem Andental liegt. Bei Regen möchte man dort nicht landen, der Anflug ins Tal ist sehr eng und die Berge rechts und links sehr hoch. Ohne Sicht eine echte Herausforderung. Auf dem alten Flughafen von Quito ist nun nur noch ein Museum auf dem Militärteil. Geflogen wird nicht mehr von dort aus, allerdings sind die Kasernen noch belegt.



    An dem Vulcan im Hintergrund fliegt man bei der Landung in Quito schön vorbei. Ein Fensterplatz bei KLm hätte nette Aufnhamen gebracht. So also der Vulcan nur von unten.



    Im Museum stehen über 30 Militärmaschinen. Wie der Zugang geregelt ist entzieht sich meiner Kenntnis, da mein Freund vor Ort das Personal Sonntag!!! abend einfach dazu überredet hatte uns ein paar Spezialaufnahmen machen zu lassen.



    Mit einem Generaor, Stativ und zwei Lampen bewaffnet wurden einige der Exponate in Szene gesetzt. Die Flugzeuge stehen teilweise sehr eng, daher gingen bei dieser Nachtaktion direkt nach der Ankunft auch nur einige Flugzeuge. Ich war auch nicht mehr ganz fit...



    Neben der Kfir war die MirageF1 mein Hauptanliegen. Um 23.00 Uhr war ich im Hotel!

    alexberlin

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    Latacunga

    Beitrag  alexberlin am Sa Okt 11, 2014 3:35 am

    Um vier Uhr morgens stand mein Freund am Montag schon wieder vor dem Hotel. Sein Flugplan besagte, das bei der ALA-11 in Latacunga die erste Maschine um 7.00 lokal starten sollte.



    Latacunga liegt im Andenhochland auf über 2000 Metern und es war Morgens einfach nur kalt. Auf dem Weg dorthin regnete es und wir waren mitten in den Wolken. Kurz vor dem Ziel endete jedoch der Regen und gab einen guten Ausblick auf die Vulkanlandschaft um uns herum.



    Am Tor der Militärbasis in Latacunga ist dieser Meteor zu bewundern. Die ALA-11 basierte früher auf dem alten Flughafen in Quito.



    Der Vulkan Cotopaxi in Latagunga ist über 5000 Meter hoch und gab dem Flughafen seinen Namen.



    HC-DAC war nur eines der Highlights vor Ort. Das geografische Institut des Miltärs zog netter Weise dieses Flugzeug mit Kamera aus dem Hangar.



    Das Wetter wechselt in den Anden leider halbstündlich und zur Landung des Sabreliners war auch wieder die Wolke vom Dienst unterwegs.



    Die Landungsbilder sind vom Zaun entstanden. Der Flughafen ist neben der Landebahn sehr eng nur mit einer Mauer umgeben. Man kann sich kaum vorstellen wie dort die tägliche 747 von Cargolux aussieht.



    Zivilverkehr ist mit TAME und anderen ekuadorianischen Fluggesellschaften vor Ort.



    Sudamericana hatte eine 737 vor Ort abgestellt. Die Fluggesellschaft ist neu am Markt in Ecuador und bietet Flüge ab 66 Dollar an.



    Zum Glück klarte es für kurze Zeit auf und der Cotopaxi zeigte seinen schneebedeckten Gipfel.



    Die halbe tunde Sonne wurde genutzt um den Wartungsbereich des Militärs zu fotografieren.



    Highlight dort diese 727, sowie eine HS 748.



    Hinter der Militär Platte steht noch etwas "Vergangeheit".



    Im Hangar stand mit der FAE 047 noch der zweit flugfähige Sabreliner der Luftwaffe Ecuadors.



    Diese führte den ersten Zero-G Flug in Südamerika durch.



    Mittags ging es zurück nach Quito und von da aus im strömenden Regen nach Guayaquil. Das dauerte nochmals 9 Stunden. Die Anden, das Wetter und der Verkehr haben es in sich. Oktober ist auch nicht das beste Wetter, habe ich nun gelernt. Ich hoffe trotzdem noch ein paar Sonnenaufnahmen hier in Guayaquil zu machen, bevor es wieder mit KLM zurück geht über Amsterdam nach Berlin.

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    Guayaquil Ala-22

    Beitrag  alexberlin am Sa Okt 11, 2014 5:13 pm

    Anbei nun die ersten Resultate aus Guayaquil und Umgebung. Leider reißt die Wolkendecke meist nur Nachmittags für kurze Zeit auf. Mit auf dem Zivilflughafen sind ein Aeroklub, eine Luftwaffenbasis, eine Marinebasis und eine Armeefliegerbasis stationiert. Alle besitzen verscheiden Helis. Hier der Eingang zur Luftwaffenbasis.



    Bei der Ala-22 gibt es neben Helis auch eine Piper und eine Cessna.



    Eine Staffel betreibt Jetranger, die "Wölfe" besitzen sogar eine sonderbemalte Maschine



    Interessanter sind allerdings die indischen Druhv der zweiten "Kobra" Staffel. Die Druhv sehen von weiten aus wie eine Kopie eines Bo Helis, sind aber wesentlich größer!



    Hinter der Militärbasis steht dieses 727 Wrack, aber auch die noch fliegende 727 der Luftwaffe kommt ab und zu bei der Ala-22 vorbei!




    alexberlin

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    Guayaquil Navy

    Beitrag  alexberlin am Sa Okt 11, 2014 5:29 pm

    Auf der Seite des Zivilterminals, dicht beim Aeroklub befindet sich auch die Marinebasis in Guayaquil. Dorts staioniert sind Jetranger und Bell-430.



    Für Trainingsflüge geht es meist über das nicht weit entfernte Flußdelta.



    Am Ende der Plattform ist der Taxiway sehr nahe, leider war die Sonne wieder einmal verschwunden nach unserer Landung.

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    A.J.

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    Re: Äquatortrip

    Beitrag  A.J. am Sa Okt 11, 2014 5:33 pm

    Man, da ist schon ein Tag dort ergiebiger und spannender als viele Airports hier gesammt
    zu bieten hätten. Danke für den Einblick!

    Gruß A.J.

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    Taura

    Beitrag  alexberlin am Sa Okt 11, 2014 5:44 pm

    Ganz in der Nähe von Guayaquil liegt die Luftwaffenbasis Taura. Von außen ist wenig zu sehen, da sie sich im dichten Wald befindet.



    In Taura sind 12 Cheetah Kampfflugzeuge stationiert. Die letzten ihrer Art. Zehn Techniker aus Südafrika unterstützen die Arbeiten vor Ort.



    Besonders der Doppelsitzer mit seiner langen "Nase" ist fotogen!



    Der Empfang vor Ort war sehr freundlich und zehn Minuten nach unserer Ankunft standen wir bereits mit drei Cheetahs an der Runway.

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    Guayaquil zivil

    Beitrag  alexberlin am Sa Okt 11, 2014 6:38 pm

    Leider habe ich da bisher meist im Regen oder Gegenlicht gestanden. Auf der Terminalseite ist das Licht Nachmittags. Im Anflug geht im Prinzip, aber es ist halt nicht die beste Gegend und Südamerika. Position wäre an einer vierspurigen Straße, so das man von vielen Leuten gesehen wird und vielleicht auch als potentielles Ziel herhält. Beim Aerioklub gibt es eine Terasse. Für Takeoff etwas zu weit hinten.



    Der Blick ist durch die abgestellten Flugzuege in ihren abgeschlossenen "Käfigen" verstellt. Maximal ein A-319 passt da für ein Bild auf dem Taxiway zwischen die Käfige.



    Dabei gibt es schon nette Sachen, alles meist mit Kennung von Ecuador.



    Leider wird auch oft der Taxiway vor dem Aeroklub genommen und sobald die Sonne scheint flimmert es enorm!



    Nachmittags kommen die Widebodys u.a. dieser A-330, aber auch KLM und Iberia.

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    Terminal

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    Re: Äquatortrip

    Beitrag  Terminal am Sa Okt 11, 2014 6:49 pm

    Bis auf das Gejammer (Gegenlicht und Regen) tongue ein toller Bericht mit einer perfekten Ausbeute.
    Ich wäre froh, solch eine Gelegenheit zu bekommen und ein paar von diesen Exoten zu erwischen.
    Danke für's Zeigen. Cool Very Happy

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    Salinas

    Beitrag  alexberlin am Sa Okt 11, 2014 7:08 pm

    Zwei Stunden von Guayaquil entfernt ist Salinas. Dort gibt es neben einem Aeroklub und einer Navy Einheit die Flugschule der Luftwaffe Ecuadors. Die Pilotenausbildung beginnt mit der DA-20 Diamont.



    Weiter geht es auf der T-34...



    Mittelpunkt der Basis und Treffpunkt der Kadeten ist dieser übergroße Helm!



    Die Historie der Luftwaffe können die Kadeten an den Museumsstücken entlang der Einfahrtsstraße studieren.



    Zu den Highlights zählen dieser Sabreliner, ein Strikemaster, sowie eine Kfir in Camouflage.




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    Re: Äquatortrip

    Beitrag  alexberlin am Sa Okt 11, 2014 7:14 pm

    Ich mag halt die Sonne..... und ich hatte wirklich viele Probleme mit dem Wetter. Teilweise waren es weniger als eine Stunde Sonne am Tag. Das zeigen die Bilder nicht und mit den Luftwaffentransportmaschinen hatte ich bis auf den Sabreliner wirklich viel Glück. Zu empfehlen ist März/April. Zumindestens für Guayaquil. In den Anden, sprich Quito und Latacunga ist immer mit Regen zu rechnen. Allerdings soll März/April zwar die Sonne scheinen, die Luftfeuchtigkeit aber 98% bei 35°C betragen. Das flimmert bestimmt gewaltig.
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    Re: Äquatortrip

    Beitrag  THX Express am So Okt 12, 2014 9:43 am

    cheers cheers cheers

    Klasse und natürlich Wahnsinn,daß du die Möglichkeit hattes die Mil. Basen zu betreten!
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    KevinG

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    Re: Äquatortrip

    Beitrag  KevinG am So Okt 12, 2014 11:36 am

    Wahnsinn!
    Jetzt bin ich etwas neidisch Smile
    Ein Exot nach dem anderen - ganz große Klasse und vielen Dank fürs zeigen! Smile

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    Re: Äquatortrip

    Beitrag  alexberlin am So Okt 12, 2014 1:47 pm

    Es war schon wie in Peru Anfang des Jahres. Trotz lokaler Kontakte weiß man oft nie ob man nun rauf kommt oder nicht. Zumindestens nicht bis zum Abflug in Berlin. Es ging sich zum Glück zweimal gut aus. Das Militär spricht teilweise Englisch, aber auch nur die höheren Ränge. Dazu ist halt nie jemand pünktlich....) In Ecuador geht es ohne Probleme von Außen auch an den Militärbasen. In Peru sollte man das nicht probieren. Es sind dafür schon Peruaner hinter Gittern gegangen. Am zivilen Flugplatz in Lima braucht man dazu einen Bodyguard. Generell ist die Sicherheitslage in Ecuador wesentlich entspannter. Ecudaor ist ja wegen der Anden auch sonst eine Reise wert)

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    Auf den Dächern von Guayaquil

    Beitrag  alexberlin am Mo Okt 13, 2014 6:24 pm

    Passend zum letzten Tag musste nochmal Einsatz gezeigt werden und in letzter Minute erfolgte der Check In. Vormittags ging es auf das Dach der Feuerwehr. Der Punkt ist gut für Takeoffs.





    Ein Leguan im Baum unter mir genoß die Aussicht genauso wie ich Exclamation



    Nachmittags musste das Dach der Armeeflieger herhalten. Es gibt auf der selben Seite auch einen alten Tower, der nun wohl zivil genutzt wird. Vielleicht eine gute idee für die Zukunft.













    Beim Takeoff ist man meist etwas zu weit hinten, aber immerhin mein Highlight des Tages hob doch relativ spät erst ab.



    Wo man nicht hinkommt.... überall A-320 von Star Alliance







    Das war nun der zivile Einblick. TAME, Copa, LAN, Avianca und Aerogal, das ist im Prinzp alles was vor Ort unterwegs ist. Damit ist man an einem Tag durch. Das wirklich interessante sind in Guayaquil die Tankstops des Militärs. Allerdings finden diese eher Wochentags statt. Nach der Landung "meiner" KLM 777 ging es spurtig richtig Terminal zum Check In.

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    A.J.

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    Re: Äquatortrip

    Beitrag  A.J. am Mo Okt 13, 2014 6:42 pm

    Ob wir hier in Zukunft auch das Dach der Feuerwehr zum Spotten nutzen dürfen? bounce

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    Re: Äquatortrip

    Beitrag  alexberlin am Mo Okt 13, 2014 7:14 pm

    Mal mit der Feuerwehr sprechen) Zumindestens scheint das so in Ecuador zu gehen. "Freiwilliges Praktikum" Laughing  Und nicht vergessen immer Bilder von der Feuerwehr zu machen. Zumindestens hingen in der Feuerwehr überall Bilder von meinem Freund vor Ort.

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    Re: Äquatortrip

    Beitrag  PAN AM am Di Okt 14, 2014 12:34 pm

    Ich weiß nicht, wem noch, aber als ich den Flugzeugtyp "Cheetah" hier las, dachte ich den Namen haste schon einmal in deinen Leben gehört - genau das war der Name eines Affen, der Schimpanse von Tarzan. Und der südafrikanische Kampfjet "ATLAS CHEETAH" ähnelt verblüffend auch noch der französischen Mirage 3....

    Aber mit einem Affen hat der Kampfjet nichts zu tun, sondern mit der afrikanischen Bezeichnung eines Geparden, sozusagen ein fliegender Gepard. Das paßt gut, weil die Luftwaffe Ecuadors in den 80er Jahren den britischen Jaguar flog.

    Doch warum entwickelte Südafrika ein eigenes Kampfflugzeug? Und warum kaufte die Fuerza Aérea Ecuatoriana, FAE die iraelischen KFIR. Beide Länder, Südafrika und Israel entwickelten den Kampfjet "Cheetah" in Kooperation, weil beide in den 80er aber auch noch bis Mitte der 90er Jahren als Nelson Mandela schwarzer Präsident wurde, vor dem gleichen Problem standen:

    Die Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhängte ein Exportverbot für Waffen an Südafrika, aufgrund der damaligen Apartheid-Regierung, die besonders in den 80er Jahren zu strikten Rassengesetzen führte und Südafrika deshalb weltweit geächtet wurde. So scheiterte der Kauf von Kampfflugzeugen in Frankreich, Großbritannien oder den USA. Vor dem gleichen Problem stand ebenso Israel. Die israelische Luftwaffe wollte von den Franzosen die Mirage 3 kaufen, entschieden sich dann für die bessere Mirage F-5J und der Kaufvertrag für 60 Mirage wurde 1967 unterzeichnet, die Lieferung sollte ab 1968 erfolgen.

    Doch dann führte Israel als Agressor den sogenannten Sechstagekrieg vom 5. bis 10. Juni 1967 durch. Auf einen Schlag war die komplette Luftwaffe von Ägypten mit 385 modernen russischen Kampfflugzeugen am Boden stehend zerstört. Ebenso wurden der Luftwaffe von Jordanien und Syrien schwere Verluste zugeführt. Da Israels Luftwaffe aufgrund der massiven Zerstörungen der der Luftwaffen sofort Lufthoheit im Nahen Osten erlangte, war der Krieg für Israel nach nur sechs Tagen beendet. Als Vorwand diente die "vorausschauende Selbstverteidigung", hatte doch Ägypten noch im Mai 1967 mit der Vernichtung Israels gedroht. Der Sechstagekrieg war nicht nur ein Schock für die Sowjetunion, die jeweils Ägypten und Syrien militärisch ausgerüstet hatten, sondern auch für Länder Europas. Als Konsequenz verhängte Frankreich ein Exportverbot gegenüber Israel, die Mirage 5, die bereits bei Dassault in der Produktion war, war das Opfer des Embargos und der Kauf war geplatzt.

    Doch das Exportverbot der Franzosen akzeptierten die Israelis nicht und so besorgten Spione über Drittländer die Konstruktionspläne der Mirage 5 und bauten unter dem Namen KFIR quasi als unlizensierten Nachbau. Zusätzlich verkauften die Israelis die KFIR an Länder, die ebenfalls unter Rüstungsembargos litten, wie zum Beispiel Ecuador und eben Südafrika. Die South African Airforce wollte von den Franzosen ein Upgrade für ihre Mirage F-3 kaufen, doch UN-Sicherheitsrat unterband mit der Resolution Nr.418 diesen Deal. Notgedrungen entwickelte Südafrika mit Hilfe der Israelis einen maßgeschneiderte Variante der KFIR Namens "Cheetah". Als Südafrika nun nach dem Ende der Apartheid moderne Kampfflugzeuge aus Europa kaufen durfte, entschied man sich für die Saab Gripen, die "Cheetahs" standen zu Ausmusterung an. Da schlug Ecuador für 35 Millionen Dollar zu und kaufte von der South African Airforce im Jahre 2009 die Genaralüberholten und modernisierten Cheetahs.

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    Re: Äquatortrip

    Beitrag  alexberlin am Di Okt 14, 2014 5:49 pm





    Danke! Dazu eine kleine Anekdote aus Südafrika. Ich besuchte dort die Cheetahs vor ihrer Außerdienststellung. Der Komamndant der Cheetahs fragte mich: "Alexander weißt du warum die Cheetah so eine lange Nase hat?" Ich dachte an Elektronik, Radar und anderes. Aber die Antwort war ganz einfach: "Die Cheetah wurde ohne Hilfe von Israel gebaut". Zumindestens war das sehr sehr lange die offizielle Stellungnahme aus Südafrika. Daher also die lange Nase... wie Pinocchio. bounce Interessant ist das heute noch viele südafrikanische Piloten sagen die Cheetah ist besser als die neu gekauften Gripen. Ich finde die Cheetah wesentlich hübscher als die Kfir. Immerhin sind es alles umgebaute Mirage III und die fliegen heute noch! Columbien hat ja vor ein paar Jahren noch Kfir der neusten Version in Israel gekauft. Die 12 Cheetahs in Ecuador sind alle original aus Südafrika und zehn südafrikanische Techniker sind in Taura zur Hilfe vor Ort. Die Maschinen sind sozusagen geleast für fünf Jahre. Mal sehen was in Ecuador in zwei Jahren passiert. Auf dem Bild sind noch ein paar Jaguar zu sehen, sie stehen nun im "Urwald" von Taura. Genauso wie die Mirage50. Ein Geschenk aus Venezuela als die Su-30 kamen. Heute sind nur noch die Cheetahs unterwegs.
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    Re: Äquatortrip

    Beitrag  THX Express am Di Okt 14, 2014 6:06 pm

    Uii, danke Matthias für die Info zur Kfir und Cheetah!

    Und gerne mehr Bilder Alex cheers
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    Re: Äquatortrip

    Beitrag  PAN AM am Di Okt 14, 2014 11:25 pm

    alexberlin schrieb:Ich finde die Cheetah wesentlich hübscher als die Kfir
    Kein Wunder Kfir ( hebräisch = כְּפִיר ) heißt auf Deutsch "Junger Löwe" oder "Löwenkätzchen"  - niedlich, aber nicht beeindruckend.
    Ein Gepard ( Cheetah ) ist dagegen schlank, schnell und elegant.

    Nebenbei sei erwähnt, das Israel bei Kampfeinsätzen z.B. im Libanon-Krieg 1982 stets die F-15 und F-16 als Luftüberlegenheitsjagdflugzeug vorausgeschickt hat. Erst nachdem sicher war, das keine Gefahr durch Luftabwehr mehr bestand, hat Israel die "jungen Löwen" alias Kfir hinterhergeschickt um einfache Bodenziele anzugreifen. Es ist offiziell ein einziger Abschuß im Luftkampf einer syrischen MIG-21 im Jahre 1979 durch eine KFIR C-2 dokumentiert - nicht besonders viel in 20 Jahren Einsatzdauer.

    Trotzdem, bzw weil eben die KFIR doch eben preiswerter und einfacher ohne Embargo zu bekommen, war, haben neben Ecuador auch Kolumbien und Sri Lanka einige KFIR gekauft. Gegen Sri Lanka gab es ein Exportverbot aufgrund des 26 Jahre andauernden Bürgerkrieg gegen die Tamilen. Das Gleiche gilt für Kolumbien, hier herrscht Bürgerkrieg seit sage und schreibe über 60 Jahren!
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    Re: Äquatortrip

    Beitrag  PAN AM am Mi Okt 15, 2014 12:51 pm

    Da ich soeben Dias für Siegmar Fieweger einscanne, möchte Euch eine Aufnahme aus Miami dem Juni 1985 nicht vorenthalten:


    ECUATORIANA aus Ecuador hatte recht bunte Flugzeuge, wie diese ex Pan Am B707-321B HC-BFC, leider ist das Originaldia arg unterbelichtet und etwas unscharf, daher die bescheidene Bildqualität.
    HC-BFC war einige Jahre zuvor noch bunter:
    http://www.airliners.net/photo/Ecuatoriana/Boeing-707-321B/0308080/L/&sid=80f1ac78006cf6a50d35a529428253cb

    Da Siegmar Fieweger vom AVIATION CENTER BERLIN alle seine Reisen seit 30 Jahren auf Facebook zeigt, empfehle ich Euch dort weitere Bilder von Damals anzuschauen.
    https://de-de.facebook.com/siegmar.fieweger

    Ganz besonders empfehlenswert ist seine Reise nach Baku, inbesondere die Fotos vom wirklich schönen Terminal sowie sein Mitflug in der goldenen B727-200W!

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    Re: Äquatortrip

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